Blair Witch Project war das erste und ist bisher das einzige Found Footage Projekt weltweit. Das heißt, statt eine Geschichte auf bekannte Weise zu erzählen, muß man die Spuren selbst suchen. In Zeitungsartikeln, Interviews, Radio- und Fernsehsendungen sind Spuren, die das ganze Bild nach und nach zusammen setzen.
Dann kam der Film. Eigentlich nur ein weiteres Schnipsel, machte er ungewollt das ganze Projekt zunichte. Warum? Die Öffentlichkeit nahm den Film als das Ziel anstatt als einen kleinen Bestandteil wahr. Die ganze Mühe, die Welt der Blair Witch zu erschaffen und sie für Fans real zu machen, wurde als Werbung für den Film mißverstanden. Selbst der Begriff des "Found Footage" (Spurensuche) wurde danach fälschlicherweise für Filme gebraucht, die einfach mit einer billigen Handkamera gefilmt wurden.
Erinnern wir uns an den Film. Drei Jugendliche suchen die Hütte des Einsiedlers Rustin Parr auf, der angeblich sieben Kinder in seinem Keller umgebracht haben soll. Es heißt, er habe immer zwei Kinder mit nach unten genommen und nacheinander getötet. Der Journalist Stern geht dieser Geschichte nach und befragt die Einwohner. Dabei stößt er nach und nach auf Hinweise, die ein völlig anderes Bild ergeben. Was ist aus dem achten Kind geworden? Und was, wenn Rustin Parr gar nicht der Killer war? Und was, wenn selbst die gefürchtete "Hexe von Blair" in Wahrheit selbst nur das Opfer eines weitaus älteren Bösen war, das in den Wäldern haust?
Dieses Buch, ganz in der Art des Projekts nicht in Romanform, sondern in Briefen, Notizen und Interviewfragmenten als Dokumentation geschrieben, erzählt die Geschichte nach dem Film weiter und stößt das um, was bisher in Erkentnissen zutage gekommen war. Leider machte der Hype um den Film das ganze Projekt irgendwann so kaputt, daß der zweite Film die ganze Kunstwelt als irreal zusammen stürzen ließ und alles definitiv beendete.
Diese Buch lässt den Leser aber noch einmal in das Universum der Hexe von Blair eintauchen und das Grauen als greifbares aber dennoch unbegreifliches Böses, das an jeder Ecke lauern kann, aufleben. Horror in einer neuen Form, die leider nie wieder so umgesetzt wurde.
Dienstag, 28. November 2017
Freitag, 3. November 2017
Robin of Sherwood - mein Rückblick
Enldich habe ich eine alte Serie wiedergefunden, mit der ich als Kind aufgewachsen bin.
30 Jahre ist es her, daß "Robin of Sherwood" bei uns lief. Ich hatte noch einzelne Bilder im Kopf und wußte, wie sehr ich die Serie damals geliebt habe, mich aber auch des Öfteren sehr gegruselt hatte, aber leider konnte ich mich nicht mehr konkret daran erinnern.
Das Dorf Locksley wird von Soldaten zerstört. Der junge Robin trifft im Sherwood Forest einen Mann, der behauptet, der Gott Herne zu sein. Er sagt Robin, daß er der Beschützer der Waldes und der Menschen, die in und um den Forest leben, ist.
Er wird immer mehr zu dem "Behütetem" (The hooded man), der prophezeit wurde.
Nach etlichen Abenteuern gelingt es dem Sheriff von Nottingham, Robin of Locksley zu töten. Doch Robin Hood lebt in Gestalt von Robert of Huntington fort.
Die Serie unterscheidet sich sehr von den wunderschönen alten Robin-Hood-Filmen, die man aus den 50ern kennt. Die Sets sind weitaus realistischer, weil an originalen Orten gedreht.
Im Gegensatz dazu werden hier aber auch mehr mystische Elemente aufgegriffen. Und gerade mit dem Licht wird hier sehr viel Stimmung erzeugt.
Guy of Gisburne ist in den meisten Verfilmungen als Sheriff von Notingham bekannt, hier ist er nur der Handlanger des eigentlichen Sheriffs. Maryan (bzw. hier "Marion") lebt nicht in Nottingham, sondern gehört selbst zu den Geächteten. Auch ist sie nicht die hilflose Maid, die gerettet werden muß, sondern kämpft ebenso unerbittlich mit Pfeil und Bogen, manchmal auch mit dem Schwert, wie jeder andere der Gefährten.
Robins Tod war notwendig, weil der Darsteller Michael Praed ein anderes Engagement annahm. Viele Fans waren mit dem Wechsel zu Jason Connery unzufrieden.
Ich persönlich fand den nicht mal schlecht, weil die Serie in meinen Augen dadurch noch eine wichtige Aussage gewann. Daß nämlich nicht der Mann, sondern die Idee, die er verkörpert, das eigentlich wichtige ist. Irgendwie ist es auch im wahren Leben ein tröstlicher Gedanke, daß bestimmte Werte, für die man eingetreten ist, weiter getragen werden.
Heute sehe ich Serien eher als Unterhaltung. Doch vor über 30 Jahren hatten sie noch eine andere Bedeutung für mich. Flash Gordon (das ZDF hatte das alte Serial aus den 40ern mal gebracht), Kara Ben Nemsi Effendi, Mein Freund Winnetou und eben Robin of Sherwood waren für mich Identifikationsfiguren. Helden, die für eine bessere Welt standen. Zugegeben kindisch-romantische Wunschvorstellungen, aber ich war ja auch ein Kind, und manchmal wünsche ich mir diesen Idealismus von damals zurück.
Auch darum hat mich die Szene von Robins Tod auch heute noch zum Weinen gebracht. Nicht nur die Dramatik der Darstellung, sondern auch der Gedanke, daß damit eben diese naive kindliche Traumwelt irgendwann auch gestorben ist.
Ein wichtiger Bestandteil der Serie war natürlich auch die fantastische Musik von Glannad, die sich auch losgelöst schön hören lässt und nach wie vor eine Empfehlung wert ist.
Heute werden wieder ohne Ende Serien produziert, doch hin und wieder lohnt es sich wirklich, mal zurück auf die alten Serien zu schauen.
"Robin of Sherwood" ist auf jeden Fall ein zeitloses Juwel, das man in Erinnerung behalten sollte.
Nichts ist jemals vergessen.
30 Jahre ist es her, daß "Robin of Sherwood" bei uns lief. Ich hatte noch einzelne Bilder im Kopf und wußte, wie sehr ich die Serie damals geliebt habe, mich aber auch des Öfteren sehr gegruselt hatte, aber leider konnte ich mich nicht mehr konkret daran erinnern.
Das Dorf Locksley wird von Soldaten zerstört. Der junge Robin trifft im Sherwood Forest einen Mann, der behauptet, der Gott Herne zu sein. Er sagt Robin, daß er der Beschützer der Waldes und der Menschen, die in und um den Forest leben, ist.
Er wird immer mehr zu dem "Behütetem" (The hooded man), der prophezeit wurde.
Nach etlichen Abenteuern gelingt es dem Sheriff von Nottingham, Robin of Locksley zu töten. Doch Robin Hood lebt in Gestalt von Robert of Huntington fort.
Die Serie unterscheidet sich sehr von den wunderschönen alten Robin-Hood-Filmen, die man aus den 50ern kennt. Die Sets sind weitaus realistischer, weil an originalen Orten gedreht.
Im Gegensatz dazu werden hier aber auch mehr mystische Elemente aufgegriffen. Und gerade mit dem Licht wird hier sehr viel Stimmung erzeugt.
Guy of Gisburne ist in den meisten Verfilmungen als Sheriff von Notingham bekannt, hier ist er nur der Handlanger des eigentlichen Sheriffs. Maryan (bzw. hier "Marion") lebt nicht in Nottingham, sondern gehört selbst zu den Geächteten. Auch ist sie nicht die hilflose Maid, die gerettet werden muß, sondern kämpft ebenso unerbittlich mit Pfeil und Bogen, manchmal auch mit dem Schwert, wie jeder andere der Gefährten.
Robins Tod war notwendig, weil der Darsteller Michael Praed ein anderes Engagement annahm. Viele Fans waren mit dem Wechsel zu Jason Connery unzufrieden.
Ich persönlich fand den nicht mal schlecht, weil die Serie in meinen Augen dadurch noch eine wichtige Aussage gewann. Daß nämlich nicht der Mann, sondern die Idee, die er verkörpert, das eigentlich wichtige ist. Irgendwie ist es auch im wahren Leben ein tröstlicher Gedanke, daß bestimmte Werte, für die man eingetreten ist, weiter getragen werden.
Heute sehe ich Serien eher als Unterhaltung. Doch vor über 30 Jahren hatten sie noch eine andere Bedeutung für mich. Flash Gordon (das ZDF hatte das alte Serial aus den 40ern mal gebracht), Kara Ben Nemsi Effendi, Mein Freund Winnetou und eben Robin of Sherwood waren für mich Identifikationsfiguren. Helden, die für eine bessere Welt standen. Zugegeben kindisch-romantische Wunschvorstellungen, aber ich war ja auch ein Kind, und manchmal wünsche ich mir diesen Idealismus von damals zurück.
Auch darum hat mich die Szene von Robins Tod auch heute noch zum Weinen gebracht. Nicht nur die Dramatik der Darstellung, sondern auch der Gedanke, daß damit eben diese naive kindliche Traumwelt irgendwann auch gestorben ist.
Ein wichtiger Bestandteil der Serie war natürlich auch die fantastische Musik von Glannad, die sich auch losgelöst schön hören lässt und nach wie vor eine Empfehlung wert ist.
Heute werden wieder ohne Ende Serien produziert, doch hin und wieder lohnt es sich wirklich, mal zurück auf die alten Serien zu schauen.
"Robin of Sherwood" ist auf jeden Fall ein zeitloses Juwel, das man in Erinnerung behalten sollte.
Nichts ist jemals vergessen.
Montag, 21. August 2017
Rezension: "Dr. Morton Band 4: Biedermann und Rauschgifthändler"
Ich hatte gelesen, daß Dr. Morton neu aufgelegt wird, bis jetzt aber noch kein Heft bekommen. Gestern fiel mir in einer Bahnhofsbuchhandlung Heft 4 in die Hände.
Noch immer hält Dr. Morton in seinen Verstecken drei Menschen gefangen, an denen er seine Experimente fortsetzt. Gerade zu der Zeit, als er eine neue, heikle Versuchsreihe startet, kommt ihm ein Rauschgifthändlerring auf die Schliche und will ihn zur Mitarbeit zwingen.
Für Heftromanfans muß ich wohl nichts mehr über die Serie sagen. Wer sich damit noch nicht befasst hat, trifft hier auf einen eher ungewöhnlichen "Helden". Nicht umsonst wurde Dr. Morton von der Zensur lange in Ketten gehalten.
Der verrückte oder skrupellose Wissenschaftler ist eine neuere Figur des Horrorromans bzw. -films. In den 70ern, als der Heftroman seine Blütezeit hatte, machte man mit Dr. Morton diesen zum Hauptprotagonisten einer eigenen Reihe. Zimperlich ging es dabei natürlich nicht zu. Mit detaillierten Beschreibungen der Versuche sowie zwei Hauptfiguren, die sich außerhalb jeglicher Gesetze und Ethik bewegten, verstieß diese Serie so ziemlich gegen jedes Tabu.
Mit 4,95 € ist eine Ausgabe für einen Heftroman relativ teuer, dabei sollte man aber auch bedenken, daß es für den Verlag sehr gewagt ist, sich dieser Serie anzunehmen. Und in der leimgebundenen statt wie üblich gehefteten Aufmachung ist es auch etwas aufwendiger produziert als gebräuchlich.
Bestellen kann man die Hefte über www.Romantruhe.de
Noch immer hält Dr. Morton in seinen Verstecken drei Menschen gefangen, an denen er seine Experimente fortsetzt. Gerade zu der Zeit, als er eine neue, heikle Versuchsreihe startet, kommt ihm ein Rauschgifthändlerring auf die Schliche und will ihn zur Mitarbeit zwingen.
Für Heftromanfans muß ich wohl nichts mehr über die Serie sagen. Wer sich damit noch nicht befasst hat, trifft hier auf einen eher ungewöhnlichen "Helden". Nicht umsonst wurde Dr. Morton von der Zensur lange in Ketten gehalten.
Der verrückte oder skrupellose Wissenschaftler ist eine neuere Figur des Horrorromans bzw. -films. In den 70ern, als der Heftroman seine Blütezeit hatte, machte man mit Dr. Morton diesen zum Hauptprotagonisten einer eigenen Reihe. Zimperlich ging es dabei natürlich nicht zu. Mit detaillierten Beschreibungen der Versuche sowie zwei Hauptfiguren, die sich außerhalb jeglicher Gesetze und Ethik bewegten, verstieß diese Serie so ziemlich gegen jedes Tabu.
Mit 4,95 € ist eine Ausgabe für einen Heftroman relativ teuer, dabei sollte man aber auch bedenken, daß es für den Verlag sehr gewagt ist, sich dieser Serie anzunehmen. Und in der leimgebundenen statt wie üblich gehefteten Aufmachung ist es auch etwas aufwendiger produziert als gebräuchlich.
Bestellen kann man die Hefte über www.Romantruhe.de
Mittwoch, 9. August 2017
Rezension "DC SuperHero Girls" Staffel 1 und 2
Ich mag eher die harten und düsteren Superheldencomics. Humor darf (solange er makaber genug ist), muß aber nicht sein. Horror oder extrem harte Action, Helden, die zulangen, kompromißlos und gnadenlos.
"Batman: Knightfall", "Batman: Gothic" "Superman: Todesstachel", "Genosse Superman" das sind die Comics, wie ich sie liebe.
Black Adam, der seine Gegner bei lebendigem Leib zerreißt, ein Superman, der mit Hitzeblick direkt in die Augen des Eredicators strahlt, Batman, der jede Form von Gewalt benutzt, solange sie nicht unbedingt tödlich ist, so will ich meine Helden sehen.
Als ich das kinderfreundliche Magazin "DC SuperHero Girls" mit DVD im Zeitungsladen sah, hatte ich irgendwie ein merkwürdiges Gefühl im Magen. Und trotzdem konnte ich nicht anders, als es zu kaufen.
Und wie erwartet, es war schrecklich. Klar versuchen die Verlage DC und Marvel im Rahmen des neuen Superheldenbooms (wir erinnern uns, Ende der 90er war des Genre so am Boden, daß es fast nach einem Ende der Comicserien aussah), so ziemlich jede Zielgruppe zu erreichen. Diese Serie soll wohl hauptsächlich kleine Mädchen ansprechen.
Wonder Woman kommt an die von Amanda Waller geleitet "SuperHero High School" ("SHHS") und versucht, sich dort im Schulalltag zurecht zu finden. Trotz der Hilfe ihrer Zimmergenossin Harley Quinn und ihrer Freundinnen Batgirl, Poison Ivy, Katana und Supergirl hat sie es nicht leicht, zumal Cheetah ihr einen Streich nach dem anderen spielt.
Für das Zielpublikum mag die Serie ja ganz lustig und niedlich sein, aber ganz ehrlich: Wonder Woman, eine gnadenlose Kriegerin; Poison Ivy (die Poison Ivy, die ihre Möchtegern-Liebhaber in Säure auflöst, um Pflanzendünger aus ihnen zu gewinnen), Harley Quinn (eine psychopathische Killerin) als Kinderhelden?
Irgendwie schon verstörend.
Lustig sind dafür die kleinen Gastauftritte der Helden und Schurken und teilweise auch der weniger bekannten Figuren des DC-Multiversums.
Wer es wirklich riskieren will, HIER findet man die komplette Serie.
"Batman: Knightfall", "Batman: Gothic" "Superman: Todesstachel", "Genosse Superman" das sind die Comics, wie ich sie liebe.
Black Adam, der seine Gegner bei lebendigem Leib zerreißt, ein Superman, der mit Hitzeblick direkt in die Augen des Eredicators strahlt, Batman, der jede Form von Gewalt benutzt, solange sie nicht unbedingt tödlich ist, so will ich meine Helden sehen.
Als ich das kinderfreundliche Magazin "DC SuperHero Girls" mit DVD im Zeitungsladen sah, hatte ich irgendwie ein merkwürdiges Gefühl im Magen. Und trotzdem konnte ich nicht anders, als es zu kaufen.
Und wie erwartet, es war schrecklich. Klar versuchen die Verlage DC und Marvel im Rahmen des neuen Superheldenbooms (wir erinnern uns, Ende der 90er war des Genre so am Boden, daß es fast nach einem Ende der Comicserien aussah), so ziemlich jede Zielgruppe zu erreichen. Diese Serie soll wohl hauptsächlich kleine Mädchen ansprechen.
Wonder Woman kommt an die von Amanda Waller geleitet "SuperHero High School" ("SHHS") und versucht, sich dort im Schulalltag zurecht zu finden. Trotz der Hilfe ihrer Zimmergenossin Harley Quinn und ihrer Freundinnen Batgirl, Poison Ivy, Katana und Supergirl hat sie es nicht leicht, zumal Cheetah ihr einen Streich nach dem anderen spielt.
Für das Zielpublikum mag die Serie ja ganz lustig und niedlich sein, aber ganz ehrlich: Wonder Woman, eine gnadenlose Kriegerin; Poison Ivy (die Poison Ivy, die ihre Möchtegern-Liebhaber in Säure auflöst, um Pflanzendünger aus ihnen zu gewinnen), Harley Quinn (eine psychopathische Killerin) als Kinderhelden?
Irgendwie schon verstörend.
Lustig sind dafür die kleinen Gastauftritte der Helden und Schurken und teilweise auch der weniger bekannten Figuren des DC-Multiversums.
Wer es wirklich riskieren will, HIER findet man die komplette Serie.
Sonntag, 28. Mai 2017
Rezension: "Snuff Haus" von Edward Lee
Bücher, die zu hart für die breite Masse sind verspricht die Reihe "Festa extrem".
"Das Schwein" von Edward Lee ist der beispielhafte Titel, mit dem die Buchreihe, die ohne ISBN erscheint und nur über den Verlag bestellbar ist, beworben wird.
Mit "Snuff Haus" schließt Lee lose daran an, doch lässt sich der Roman auch völlig selbständig lesen.
30 Jahre nach den Ereignissen, die im "Schwein" beschrieben werden, soll ein junger Journalist für ein mittelmäßiges Revolverblatt einen Artikel über das Snuffhaus schreiben, doch es scheint, als ob die Geister der Opfer und Täter immer noch in den alten Mauern gefangen wären und die Geschehnisse scheinen sich zu wiederholen.
Leider wird dieses Buch den vorab versprochenen Ansprüchen in keinster Weise gerecht. "Snuff Haus" ist ein typischer Spukhausroman, der gegen Ende mit ein paar drastischen Ekelszenen zu schockieren versucht. Dabei fehlt Edward Lee jedoch einerseits die Eloquenz eines Clive Barker oder eines Joe R. Lansdale, die auch extreme Grausamkeiten sprachlich elegant zu beschreiben wissen, andererseits aber auch die brutal-direkte Weise eines Marc Gore, der die Unmenschlichkeiten auf seine Leser einprügelt.
Der Roman Lees mag geeignet sein, die Ekelgrenzen des Einen oder Anderen auszutesten, doch die Fäkal- und Tötungswiderlichkeiten dieses Buches finden sich zu oft auf ähnliche Weise beschrieben in diversen Internetforen, um wirklich noch jemanden überraschen oder schockieren zu können.
"Das Schwein" von Edward Lee ist der beispielhafte Titel, mit dem die Buchreihe, die ohne ISBN erscheint und nur über den Verlag bestellbar ist, beworben wird.
Mit "Snuff Haus" schließt Lee lose daran an, doch lässt sich der Roman auch völlig selbständig lesen.
30 Jahre nach den Ereignissen, die im "Schwein" beschrieben werden, soll ein junger Journalist für ein mittelmäßiges Revolverblatt einen Artikel über das Snuffhaus schreiben, doch es scheint, als ob die Geister der Opfer und Täter immer noch in den alten Mauern gefangen wären und die Geschehnisse scheinen sich zu wiederholen.
Leider wird dieses Buch den vorab versprochenen Ansprüchen in keinster Weise gerecht. "Snuff Haus" ist ein typischer Spukhausroman, der gegen Ende mit ein paar drastischen Ekelszenen zu schockieren versucht. Dabei fehlt Edward Lee jedoch einerseits die Eloquenz eines Clive Barker oder eines Joe R. Lansdale, die auch extreme Grausamkeiten sprachlich elegant zu beschreiben wissen, andererseits aber auch die brutal-direkte Weise eines Marc Gore, der die Unmenschlichkeiten auf seine Leser einprügelt.
Der Roman Lees mag geeignet sein, die Ekelgrenzen des Einen oder Anderen auszutesten, doch die Fäkal- und Tötungswiderlichkeiten dieses Buches finden sich zu oft auf ähnliche Weise beschrieben in diversen Internetforen, um wirklich noch jemanden überraschen oder schockieren zu können.
Sonntag, 7. Mai 2017
Mail an Volker Beck
Da heute wieder einmal ein Artikel öffentlich geteilt wurde, der sehr hitzige Diskussionen auslöste, nahm ich das als Anlass, mal wieder eine Mail zu versenden. Zwar erwarte ich nicht, darauf eine Antwort zu bekommen und bin mir nicht mal sicher, ob sie gelesen wird, aber das ist nun einmal ein Mittel, das uns zur Verfügung steht und auch genutzt werden sollte. Das bringt zumindest mehr, als sich seinem Hass in der Kommentarfunktion der sozialen Medien Luft zu verschaffen. Hier mal die Nachricht zum Mitlesen:
Geehrter Herr Beck
Ich beziehe mich in dieser Mail auf den folgenden Artikel: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_76416132/kopftuch-und-schaechten-beck-fordert-akzeptanz-religioeser-riten.html
Dieser ist laut Angaben bereits von 2015, wurde aber erst heute
wieder in den sozialen Medien geteilt und löste ziemlichen Unmut
aus. Deswegen möchte ich auch nach über einem Jahr noch einmal auf
die darin getätigten Aussagen eingehen.
Erstens:
Das Tragen von Kopftüchern entspricht dem Persönlichkeitsrecht,
über das jeder selbst bestimmen sollte. Solange also niemand gegen
seinen Willen gezwungen wird, kann dagegen nichts einzuwenden sein.
Falsch ist jedoch, dies in einem religiösem Zusammenhang zu sehen
bzw. da die Anerkennung des Respekts gegenüber der „Vorstellungen
von Minderheitsreligionen“ zu fordern, da es keine Religion gibt,
die dies verlangt. Es handelt sich lediglich um eine Tradition, die
von fundamentalistischen Predigern als Religion propagiert wird.
Ein Standpunkt, der auch im muslimischen Teil der Welt sehr
kritisch gesehen und nicht uneingeschränkt geteilt wird.
Zum zweiten und sehr viel schwerwiegenderem Punkt, dem geforderten
Anerkennen des Schächtens von Tieren, ist folgendes zu sagen:Die
Gesetze und vor allem der Tierschutz stehen über dem Recht auf
freie Ausübung der Religion. Gerade in einem Land, das sehr streng
auf die Trennung von Staat und Religion (welcher Religion auch
immer) achtet, sollte das Vorrang haben.
Es gibt auch jüdische und muslimische Tierschützer, die das
Schächten ablehnen, hier also Akzeptanz zu fordern zeugt von
politischem, gesellschaftlichem und moralischem Unverständnis.
Gerade als Mitglied einer Partei, für die es zu ihrer Gründungszeit
als selbstauferlegte Aufgabe galt, sich für den Umwelt- und
Tierschutz einzusetzen sind solche Forderungen untragbar.
Mit solchen Forderungen fördern Sie auf unverantwortliche Weise den
Rassismus in diesem Land und haben gewalttätige Übergriffe auf
Flüchtlinge und Migranten mit zu verantworten.
Wer sich selbst an die Quelle wenden will, statt nur zu toben, die Mailadresse lautet:
volker.beck@bundestag.de
Dienstag, 4. April 2017
Rezension: "Drachenauge"
Nach der "Zauberprüfung" wählte ich eine Sammlung von Kurzgeschichten um die Drachenlanze. In dem Glauben, es wäre ebenfalls relativ unabhängig von den Romanen.
Ein Irrtum.
Zwar lassen sich die Geschichten eigenständig lesen, doch einige erfodern doch gewisse Vorkenntnisse über die Ereignisse aus der Buchserie.
Trotz vieler märchenhafter Fantasyelemente vermögen einige Geschichten, den Schrecken eines apokalyptischen Vernichtungskrieges herauf zu beschwören. Gerade in einer Zeit, in der überall auf der Welt die Waffen klirren und die Diplomatie im Ton rauher wird, sollte man wirklich so etwas lesen und ernsthaft darüber reflektieren.
Doch auch für Humor ist Platz in der Anthologie.
Wie zum Beispiel verhört man jemanden, der zu dumm ist, die Frage zu verstehen? Wie zwingt man einen Dieb, ein held zu werden?
Fans der Comic- bzw Fernsehserie "Heavy Metal" kommen in das Vergnügen eines Crossovers, als ein grünes Juwel auf Krynn landet und den Gnomen in die Hände fällt.
In einer Parallelweltgeschichte erleben wir ein Krynn, auf dem ein wahnsinniger Gott die alten Götter unterdrückt und sich allein anbeten lässt (kommt mir irgendwie bekannt vor)
15 Geschichten, die einen abwechselnd zum Lachen und Weinen bringen, vereint dieses Buch.
Wer die Bücher um die Drachenlanze liebt oder wer einfach nur gute Fantasy möchte, also keine langen Zyklen lesen will, sollte bei diesem Buch unbedingt zuschlagen.
Wer aber die Reihe noch lesen will, sollte dieses kleine literarische Juwel auf der Warteliste nach hinten schieben, um sich nicht zu viel vorab verraten zu lassen.
Ein Irrtum.
Zwar lassen sich die Geschichten eigenständig lesen, doch einige erfodern doch gewisse Vorkenntnisse über die Ereignisse aus der Buchserie.
Trotz vieler märchenhafter Fantasyelemente vermögen einige Geschichten, den Schrecken eines apokalyptischen Vernichtungskrieges herauf zu beschwören. Gerade in einer Zeit, in der überall auf der Welt die Waffen klirren und die Diplomatie im Ton rauher wird, sollte man wirklich so etwas lesen und ernsthaft darüber reflektieren.
Doch auch für Humor ist Platz in der Anthologie.
Wie zum Beispiel verhört man jemanden, der zu dumm ist, die Frage zu verstehen? Wie zwingt man einen Dieb, ein held zu werden?
Fans der Comic- bzw Fernsehserie "Heavy Metal" kommen in das Vergnügen eines Crossovers, als ein grünes Juwel auf Krynn landet und den Gnomen in die Hände fällt.
In einer Parallelweltgeschichte erleben wir ein Krynn, auf dem ein wahnsinniger Gott die alten Götter unterdrückt und sich allein anbeten lässt (kommt mir irgendwie bekannt vor)
15 Geschichten, die einen abwechselnd zum Lachen und Weinen bringen, vereint dieses Buch.
Wer die Bücher um die Drachenlanze liebt oder wer einfach nur gute Fantasy möchte, also keine langen Zyklen lesen will, sollte bei diesem Buch unbedingt zuschlagen.
Wer aber die Reihe noch lesen will, sollte dieses kleine literarische Juwel auf der Warteliste nach hinten schieben, um sich nicht zu viel vorab verraten zu lassen.
Samstag, 1. April 2017
Comicrezension "Auf den Spuren H.P. Lovecrafts" Band 2
"Im Knusperhäuschen"
"Die perfekte Musik"
Wie schon im ersten Teil beinhaltet auch dieses Heft wieder zwei schwarz-weiß-Comics aus dem grausamen Kosmos Cthulhus.
In "Die perfekte Musik" begibt sich eine Journalistin auf die Suche nach einem geheimnisvollem Musiker. Dabei wird sie von riesigen Schnecken gejagt. Und es wartet noch viel Schrecklicheres....
In der zweiten Geschichte zieht eine Familie in ein Holzhaus, das abgelegen im Wald steht. Die Kinder nennen es nur das "Knusperhäuschen", weil es auf sie wie ein Hexenhaus wirkt. Und tatsächlich scheint im Keller etwas Unheimliches vorzugehen...
Wieder sind es die Bilder, die bereits Angst und Beklemmung auslösen, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Genau so sollte ein Cthulhu-Comic sein und man kann nur hoffen, daß die Reihe weitergehen wird.
Die Episoden beruhen diesmal auf Geschichten aus der Anthologie "Die Klabauterkatze" ebenfalls im Verlag Torsten Low erschienen.
Hier geht es zur Rezension des ersten Teils
"Die perfekte Musik"
Wie schon im ersten Teil beinhaltet auch dieses Heft wieder zwei schwarz-weiß-Comics aus dem grausamen Kosmos Cthulhus.
In "Die perfekte Musik" begibt sich eine Journalistin auf die Suche nach einem geheimnisvollem Musiker. Dabei wird sie von riesigen Schnecken gejagt. Und es wartet noch viel Schrecklicheres....
In der zweiten Geschichte zieht eine Familie in ein Holzhaus, das abgelegen im Wald steht. Die Kinder nennen es nur das "Knusperhäuschen", weil es auf sie wie ein Hexenhaus wirkt. Und tatsächlich scheint im Keller etwas Unheimliches vorzugehen...
Wieder sind es die Bilder, die bereits Angst und Beklemmung auslösen, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Genau so sollte ein Cthulhu-Comic sein und man kann nur hoffen, daß die Reihe weitergehen wird.
Die Episoden beruhen diesmal auf Geschichten aus der Anthologie "Die Klabauterkatze" ebenfalls im Verlag Torsten Low erschienen.
Hier geht es zur Rezension des ersten Teils
Freitag, 31. März 2017
Comicrezension "Auf den Spuren H.P. Lovecrafts"
"Die Schokolade des Herrn Bost"
"Der Fluch des Zulu"
Hier handelt es sich nicht um ein Comicheft, bei dem die Bilder einfach auf die Seiten gedruckt wurden. Vielmehr treten sie aus dem schattenhaftem Hintergrund heraus und bleiben oft genug selbst nur schemenartig und angedeutet. So erzeugt jede der Tuschezeichnungen für sich schon die düster-beklemmende Stimmung, die eine cthulhuide Geschichte ausmachen.
In der ersten Geschichte versucht ein Reporter, hinter das Geheimnis eines Schokoladenherstellers zu kommen und erkennt dabei, daß das Grauen sehr oft in den einfachsten und alltäglichsten Dingen steckt.
Die zweite Geschichte erinnert an die klassischen Erzählungen, als Horror noch "Gothic Novel" hieß.
Ein junger Mann erfährt, daß sein Großvater ein Mörder war. Doch was, wenn das Opfer selbst sogar noch böser war? Und wie stellt er sich nun dem Fluch des Fetisch-Stabes?
Bei den Episoden aus dem Heft handelt es sich um die Comicumsetzung zweier Kurzgeschichten aus der Anthologie "Metamorphosen" aus dem gleichen Verlag.
Erschienen im Verlag Torsten Low
Hier geht es zur Rezension des zweiten Teils
"Der Fluch des Zulu"
Hier handelt es sich nicht um ein Comicheft, bei dem die Bilder einfach auf die Seiten gedruckt wurden. Vielmehr treten sie aus dem schattenhaftem Hintergrund heraus und bleiben oft genug selbst nur schemenartig und angedeutet. So erzeugt jede der Tuschezeichnungen für sich schon die düster-beklemmende Stimmung, die eine cthulhuide Geschichte ausmachen.
In der ersten Geschichte versucht ein Reporter, hinter das Geheimnis eines Schokoladenherstellers zu kommen und erkennt dabei, daß das Grauen sehr oft in den einfachsten und alltäglichsten Dingen steckt.
Die zweite Geschichte erinnert an die klassischen Erzählungen, als Horror noch "Gothic Novel" hieß.
Ein junger Mann erfährt, daß sein Großvater ein Mörder war. Doch was, wenn das Opfer selbst sogar noch böser war? Und wie stellt er sich nun dem Fluch des Fetisch-Stabes?
Bei den Episoden aus dem Heft handelt es sich um die Comicumsetzung zweier Kurzgeschichten aus der Anthologie "Metamorphosen" aus dem gleichen Verlag.
Erschienen im Verlag Torsten Low
Hier geht es zur Rezension des zweiten Teils
Montag, 27. März 2017
Mein Rückblick auf die Buchmesse
Das wird jetzt kein objektiver Bericht, sondern eher ein persönlicher Ein- und Rückblick. Wer also journalistische Qualität erwartet. wird wohl enttäuscht werden.
Am Mittwoch kamen wir schon in Leipzig an. Zwar war erst ab Donnerstag offizieller Messebeginn, aber so hatten wir Zeit, in aller Ruhe das Quartier zu beziehen und alles vorzubereiten. Außerdem las am Abend schon Markus Heitz in der Bahnhofsbuchhandlung aus seinem aktuellen Titel "Des Teufels Gebetsbuch". Passend zum Thema fand dann auch noch ein Kartenspiel statt, bei dem die Teilnehmer unter den Besuchern ausgelost wurden. Wir hatten leider kein Glück. Dennoch war natürlich auch die Lesung an sich den kleinen Beitrag mehr als wert.
Ich hatte seit Montag einen stechenden Schmerz im Auge. Ungefähr vergleichbar mit Zahnschmerzen, nur eben im Auge. Das bedeutete für mich, daß ich seit Mittwoch nachmittag mit einer Augenklappe unterwegs war, um es wenigstens vor Licht und kalter Luft zu schützen. Das hieß aber auch, während der kompletten Messe mit eingeschränkter Sicht unterwegs zu sein.
Offen gesagt bin ich ganz froh, daß ich keine eigenen Veranstaltungen zur Buchmesse hatte. Das gab mir die Freiheit, selbst einfach nur Besucher zu sein, Lesungen zuzuhören, mich nach Autogrammen und Signaturen anzustellen und einfach durch die Hallen zu bummeln. Natürlich begann der Donnerstag damit, die Messestände von lieben Freunden aufzusuchen und dann gezielt ein paar Stände zu suchen, die man noch unbedingt besuchen wollte.
Mike Deodato zeichnete in der Comichalle und natürlich nutzte ich die Gelegenheit, mir eine Original-Zeichnung von Wonder Woman zu holen. Dafür mußte ich nur fast drei Stunden anstehen, aber es hat sich gelohnt.
Abends ging es dann zur Fantasylesung in Schille-Theater, wo Kai Meyer, Markus Heitz, Alana Falk und die Preisträger des diesjährigen Seraph lasen.
Mein Begleiter hatte sich das SM-Steampunk-Buch "Steam Master" aus dem Lysandra-Verlag zugelegt. Durch den "Fantastischen Reiseführer", der mich die komplette Messe über nie im Stich ließ, war ich bereits auf dieses Buch aufmerksam geworden. Nach seiner Empfehlung und den ersten Eindrücken, konnte ich nicht mehr anders, als mir das Buch zu holen. Ich glaube, die Verlegerin hatte wohl einen ziemlichen heftigen Eindruck von uns bekommen, zumal ich das Buch am nächsten Tag noch zwei mal kaufte. Einmal für meine Tochter, einmal für meine Domina. Das fand sie dann wohl doch etwas verwirrend :)
Abends ging es dann wieder zur Fantasylesung ins Schille. Und wie am Vorabend war es absolut hörens- und sehenswert.
Das gleiche galt für Samstag. Während der Messe bekam ich von den Lesungen nicht so viel mit. Vielmehr war ich beschäftigt, mich nach Mitbringseln für de Daheimgebliebenen umzusehen und hoffe ienfach mal, daß sie im nächsten Jahr wieder mit dabei sein können. Dafür war dann abends die Fantasylesung in der Bahnhofsbuchhandlung.
Der Sonntag war dann gewohnheitsmäßig etwas melancholisch. Verabschieden bis zum nächsten Jahr. Schnell noch die Kollegen treffen, die man noch nicht gesehen hat. Den abschließenden Gang durch die Comichalle nutzte ich dann noch, um mir trotz Augenklappe noch ein Portrait der Künstlerin Sarah Borowik zeichnen zu lassen. Wir brachen dann sogar noch vor Messeschluß auf, allerdings nur, um noch die Lesung von Christian von Aster zu besuchen, die dann wirklich noch darüber hinweg tröstete, daß nun alles vorbei war.
Vier tage sind da wohl auch das perfekte Maß. Man ist zwar traurig, daß es nun vorbei ist, doch ginge es länger, wäre man wohl zu geschafft, um das noch genießen zu können, wäre genervt und würde keinen Spaß mehr daran haben. So aber freut man sich wieder auf das nächste Mal und ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein.
Am Mittwoch kamen wir schon in Leipzig an. Zwar war erst ab Donnerstag offizieller Messebeginn, aber so hatten wir Zeit, in aller Ruhe das Quartier zu beziehen und alles vorzubereiten. Außerdem las am Abend schon Markus Heitz in der Bahnhofsbuchhandlung aus seinem aktuellen Titel "Des Teufels Gebetsbuch". Passend zum Thema fand dann auch noch ein Kartenspiel statt, bei dem die Teilnehmer unter den Besuchern ausgelost wurden. Wir hatten leider kein Glück. Dennoch war natürlich auch die Lesung an sich den kleinen Beitrag mehr als wert.
Ich hatte seit Montag einen stechenden Schmerz im Auge. Ungefähr vergleichbar mit Zahnschmerzen, nur eben im Auge. Das bedeutete für mich, daß ich seit Mittwoch nachmittag mit einer Augenklappe unterwegs war, um es wenigstens vor Licht und kalter Luft zu schützen. Das hieß aber auch, während der kompletten Messe mit eingeschränkter Sicht unterwegs zu sein.
Offen gesagt bin ich ganz froh, daß ich keine eigenen Veranstaltungen zur Buchmesse hatte. Das gab mir die Freiheit, selbst einfach nur Besucher zu sein, Lesungen zuzuhören, mich nach Autogrammen und Signaturen anzustellen und einfach durch die Hallen zu bummeln. Natürlich begann der Donnerstag damit, die Messestände von lieben Freunden aufzusuchen und dann gezielt ein paar Stände zu suchen, die man noch unbedingt besuchen wollte.
Mike Deodato zeichnete in der Comichalle und natürlich nutzte ich die Gelegenheit, mir eine Original-Zeichnung von Wonder Woman zu holen. Dafür mußte ich nur fast drei Stunden anstehen, aber es hat sich gelohnt.
Abends ging es dann zur Fantasylesung in Schille-Theater, wo Kai Meyer, Markus Heitz, Alana Falk und die Preisträger des diesjährigen Seraph lasen.
Mein Begleiter hatte sich das SM-Steampunk-Buch "Steam Master" aus dem Lysandra-Verlag zugelegt. Durch den "Fantastischen Reiseführer", der mich die komplette Messe über nie im Stich ließ, war ich bereits auf dieses Buch aufmerksam geworden. Nach seiner Empfehlung und den ersten Eindrücken, konnte ich nicht mehr anders, als mir das Buch zu holen. Ich glaube, die Verlegerin hatte wohl einen ziemlichen heftigen Eindruck von uns bekommen, zumal ich das Buch am nächsten Tag noch zwei mal kaufte. Einmal für meine Tochter, einmal für meine Domina. Das fand sie dann wohl doch etwas verwirrend :)
Abends ging es dann wieder zur Fantasylesung ins Schille. Und wie am Vorabend war es absolut hörens- und sehenswert.
Das gleiche galt für Samstag. Während der Messe bekam ich von den Lesungen nicht so viel mit. Vielmehr war ich beschäftigt, mich nach Mitbringseln für de Daheimgebliebenen umzusehen und hoffe ienfach mal, daß sie im nächsten Jahr wieder mit dabei sein können. Dafür war dann abends die Fantasylesung in der Bahnhofsbuchhandlung.
Der Sonntag war dann gewohnheitsmäßig etwas melancholisch. Verabschieden bis zum nächsten Jahr. Schnell noch die Kollegen treffen, die man noch nicht gesehen hat. Den abschließenden Gang durch die Comichalle nutzte ich dann noch, um mir trotz Augenklappe noch ein Portrait der Künstlerin Sarah Borowik zeichnen zu lassen. Wir brachen dann sogar noch vor Messeschluß auf, allerdings nur, um noch die Lesung von Christian von Aster zu besuchen, die dann wirklich noch darüber hinweg tröstete, daß nun alles vorbei war.
Vier tage sind da wohl auch das perfekte Maß. Man ist zwar traurig, daß es nun vorbei ist, doch ginge es länger, wäre man wohl zu geschafft, um das noch genießen zu können, wäre genervt und würde keinen Spaß mehr daran haben. So aber freut man sich wieder auf das nächste Mal und ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein.
Mittwoch, 25. Januar 2017
Rezension: "Tango der Lust" von Lilly Grünberg
Hat der Roman "Lustvolle Ergebung" nicht ganz meinen Nerv getroffen, so gelang das Lilly Grünberg mit ihrer Geschichtensammlung "Tango der Lust" umso mehr. Hier ging es direkt und unverblümt zur Sache, da wurde gequält, gestraft, geliebt und gefickt.
In erster Linie richtet sich das Buch an die Anhänger männlicher Dominanz. Lediglich in der Geschichte "Tango d´Amour", die wohl auch titelgebend war, wird die weibliche Dominanz thematisiert.
Ich habe das Gefühl, das Buch ist in erster Linie für Leser, die mit dem Thema SM (sorry, mit dem neueren Schlagwort "BDSM" konnte ich mich nie anfreunden) bisher weniger tatsächliche Berührung hatten und eher fantasiert haben. Hier finden ihre kleinen Kopfteufel neue, sinnliche und anregende Nahrung.
Doch auch für praktizierende SMer ist dieses Buch nicht weniger interessant. Man kann sich entspannt zurück lehnen und die Geschichten wie kleine Filme vor sich ablaufen lassen. Kein schwerer und harter Stoff, sondern kleine, großteils auch romantische Fantasien, die Lust machen.
In erster Linie richtet sich das Buch an die Anhänger männlicher Dominanz. Lediglich in der Geschichte "Tango d´Amour", die wohl auch titelgebend war, wird die weibliche Dominanz thematisiert.
Ich habe das Gefühl, das Buch ist in erster Linie für Leser, die mit dem Thema SM (sorry, mit dem neueren Schlagwort "BDSM" konnte ich mich nie anfreunden) bisher weniger tatsächliche Berührung hatten und eher fantasiert haben. Hier finden ihre kleinen Kopfteufel neue, sinnliche und anregende Nahrung.
Doch auch für praktizierende SMer ist dieses Buch nicht weniger interessant. Man kann sich entspannt zurück lehnen und die Geschichten wie kleine Filme vor sich ablaufen lassen. Kein schwerer und harter Stoff, sondern kleine, großteils auch romantische Fantasien, die Lust machen.
Freitag, 13. Januar 2017
Der Umgang mit der Afd in einer Demokratie
Immer wieder liest man, daß Mitgliedern der AfD der Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen verboten wird oder sie Nachteile in ihrem Berufsleben bekommen, teilweise bis zur Kündigung. Der letzte Fall, der mir aktuell durch die Presse bekannt wurde, ist eine Frau, die wegen ihrer Mitgliedschaft von einem Trachtenverein in Bayern abgelehnt wurde.
Ich selbst bin überzeugtes Mitglied der Linken und habe über die AfD auch meine Meinung, aber darum soll es hier nicht gehen. Denn meine Überzeugung bestimmt nicht die Politik in Deutschland.
Die AfD ist eine zugelassene und legitime Partei, ob das jedem gefällt oder nicht. Wo kommen wir hin, wenn jetzt wieder Menschen wegen ihrer politischen Ansichten diskriminiert und zurück gestellt werden?
Wo werden denn die Grenzen gezogen, wenn wir so anfangen?
Werde ich demnächst als Linker vor den gleichen Anfeindungen stehen, weil ich für etwas anderes als die allgemeine Tagespolitik stehe?
In einer Demokratie müssen wir auch mit der AfD zurecht kommen, egal wie wir ihr und ihren Ansichten gegenüber stehen. Und das mit demokratischen Mitteln.
Ich werde niemanden bitten, sich mit der AfD zu identifizieren, denn das würde ja meiner eigenen Überzeugung widersprechen.
Aber um etwas Vernunft und Zurückhaltung möchte ich dennoch bitten.
Ich selbst bin überzeugtes Mitglied der Linken und habe über die AfD auch meine Meinung, aber darum soll es hier nicht gehen. Denn meine Überzeugung bestimmt nicht die Politik in Deutschland.
Die AfD ist eine zugelassene und legitime Partei, ob das jedem gefällt oder nicht. Wo kommen wir hin, wenn jetzt wieder Menschen wegen ihrer politischen Ansichten diskriminiert und zurück gestellt werden?
Wo werden denn die Grenzen gezogen, wenn wir so anfangen?
Werde ich demnächst als Linker vor den gleichen Anfeindungen stehen, weil ich für etwas anderes als die allgemeine Tagespolitik stehe?
In einer Demokratie müssen wir auch mit der AfD zurecht kommen, egal wie wir ihr und ihren Ansichten gegenüber stehen. Und das mit demokratischen Mitteln.
Ich werde niemanden bitten, sich mit der AfD zu identifizieren, denn das würde ja meiner eigenen Überzeugung widersprechen.
Aber um etwas Vernunft und Zurückhaltung möchte ich dennoch bitten.
Mittwoch, 11. Januar 2017
Rezension: "Lustvolle Ergebung" von Lilly Grünberg
Ich muß gestehen, daß dieser Roman für mich etwas schwierig zu besprechen ist.
Warum?
Für mich darf erotische Literatur etwas deftiger zu lesen sein, gern auch mit Szenen der härteren Gangart. Deswegen gehöre ich wohl weniger zu dem Zielpublikum der Romanreihe "Shadows of Love".
Ungerecht wäre es jedoch, ihn jetzt deswegen negativ zu rezensieren.
Als Mitarbeiterin einer Marketingagentur soll Romy eine Werbestrategie für ein Hotel entwerfen und umsetzen. Doch der Auftraggeber Niklas bringt ihre Gefühlswelt völlig durcheinander.
Ob es wirklich ein reiner Erotikroman ist, darüber kann man gern diskutieren. Ich persönlich würde ihn eher als Liebesroman mit erotischen Szenen bezeichnen. Und als solcher ist er durchaus schön zu lesen.
Lilly Grünberg zeichnet ein sehr einfühlsames Bild ihrer Protagonistin und manche Leserin mag sich gut in sie hinein versetzen.
Auch die Erotikszenen sind gefühlvoll, prickelnd und anregend geschrieben. Angenehm finde ich ihre klaren Beschreibungen der Situationen, ohne peinliche Verniedlichungen oder Metaphern.
Für meinen persönlichen Geschmack dürfte es gern etwas mehr Pfeffer sein, doch wer die leiseren Töne und die sanftere Erotik schätzt, dürfte an diesem Roman seine Freude haben.
Natürlich gibt es auch etwas deftigere Geschichten von Lilly Grünberg, eine Rezi dazu findet man HIER
Warum?
Für mich darf erotische Literatur etwas deftiger zu lesen sein, gern auch mit Szenen der härteren Gangart. Deswegen gehöre ich wohl weniger zu dem Zielpublikum der Romanreihe "Shadows of Love".
Ungerecht wäre es jedoch, ihn jetzt deswegen negativ zu rezensieren.
Als Mitarbeiterin einer Marketingagentur soll Romy eine Werbestrategie für ein Hotel entwerfen und umsetzen. Doch der Auftraggeber Niklas bringt ihre Gefühlswelt völlig durcheinander.
Ob es wirklich ein reiner Erotikroman ist, darüber kann man gern diskutieren. Ich persönlich würde ihn eher als Liebesroman mit erotischen Szenen bezeichnen. Und als solcher ist er durchaus schön zu lesen.
Lilly Grünberg zeichnet ein sehr einfühlsames Bild ihrer Protagonistin und manche Leserin mag sich gut in sie hinein versetzen.
Auch die Erotikszenen sind gefühlvoll, prickelnd und anregend geschrieben. Angenehm finde ich ihre klaren Beschreibungen der Situationen, ohne peinliche Verniedlichungen oder Metaphern.
Für meinen persönlichen Geschmack dürfte es gern etwas mehr Pfeffer sein, doch wer die leiseren Töne und die sanftere Erotik schätzt, dürfte an diesem Roman seine Freude haben.
Natürlich gibt es auch etwas deftigere Geschichten von Lilly Grünberg, eine Rezi dazu findet man HIER
Samstag, 31. Dezember 2016
Rezension: "Die ersten Zeitreisen" von Reinhard Heinrich und Erik Simon
Die Science Fiction-Literatur der DDR genoß großes Ansehen, geriet nach der Wende aber leider ungerechterweise großteils in Vergessenheit.
Tim E. Traveller ist ein großer Anhanger des Romans "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells. Davon inspiriert baut er seine eigene Maschine und besucht sein Idol. Zu seinem Erschrecken stellt er fest, daß er damit das Erscheinen des ersten Bandes verhinderte und nur der zweite Band jemals existierte. (Den wir heute allgemein kennen.)
Seine Erfindung lässt sich nun nicht mehr aufhalten und das Zeitreisen gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Gerade Archäologen und Historiker sind natürlich interessiert, bedenken aber nicht, daß sie durch diese Art der Erforschung der Vergangenheit diese anders gestalten. So stoßen sie unerwartet auf ihre eigenen Spuren.
Die Geheimnisse von Atlantis und der Terassen von Baalbek werden völlig unerwartet gelöst. Auch der Fliegende Holländer spielt eine besondere Rolle.
Und bei der Verfolgung temporaler Krimineller kommen die Zeitermittler hinter das Rätsels des Heiligen Grals.
Zeitmaschinen, die sich ihrer Umgebung anpassen kommen wir irgendwie bekannt vor ;)
Und der Humor dieser Geschichten kann sich ohne weiteres mit dem Terry Prattchetts oder Douglas Adams messen und dürfte vor allem den Fans des Anhalters oder der Scheibenwelt gefallen.
HIER bekommt man das Buch noch
Tim E. Traveller ist ein großer Anhanger des Romans "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells. Davon inspiriert baut er seine eigene Maschine und besucht sein Idol. Zu seinem Erschrecken stellt er fest, daß er damit das Erscheinen des ersten Bandes verhinderte und nur der zweite Band jemals existierte. (Den wir heute allgemein kennen.)
Seine Erfindung lässt sich nun nicht mehr aufhalten und das Zeitreisen gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Gerade Archäologen und Historiker sind natürlich interessiert, bedenken aber nicht, daß sie durch diese Art der Erforschung der Vergangenheit diese anders gestalten. So stoßen sie unerwartet auf ihre eigenen Spuren.
Die Geheimnisse von Atlantis und der Terassen von Baalbek werden völlig unerwartet gelöst. Auch der Fliegende Holländer spielt eine besondere Rolle.
Und bei der Verfolgung temporaler Krimineller kommen die Zeitermittler hinter das Rätsels des Heiligen Grals.
Zeitmaschinen, die sich ihrer Umgebung anpassen kommen wir irgendwie bekannt vor ;)
Und der Humor dieser Geschichten kann sich ohne weiteres mit dem Terry Prattchetts oder Douglas Adams messen und dürfte vor allem den Fans des Anhalters oder der Scheibenwelt gefallen.
HIER bekommt man das Buch noch
Freitag, 30. Dezember 2016
Hörspiel-Rezension: 50 Jahre der Ewigkeit
Vor einiger Zeit verborgte ich die Filmtrilogie "50 Jahre der Ewigkeit" und bekam sie leider nicht zurück. Dafür legte ich mir jetzt endlich mal das Hörspiel zum ersten Teil zu.
Der Teufel schuf den Spiegel "Veritas", der jeden, der hinein sah, zum Bösen verkehrte. Als er den Spiegel Gott vorhalten wollte, ging der Spiegel verloren. Viele tausend Jahre später wird der Spiegel wiedergefunden. Eugene, ein unschuldiges Opfer, wird zum gefährlichen Mörder. Nun hat der Unsterbliche Nemis die Aufgabe, Veritas zu zerstören oder selbst hinein zu blicken.
Das Hörspiel bzw. der Film beginnt als düsterer Horrorthriller, wird aber immer mehr zum Fantasy-Märchen und hat auch mehrere Slapstickmomente. Natürlich könnte man diese etwas abenteuerliche Mischung kritisieren, wenn man wollte.
Will ich aber nicht. Ich will einfach meinen Spaß mit einer schön erzählten Geschichte haben.
Ganz klassisch der Kampf Gut gegen Böse, wobei Nemis mit seiner spitzbübischen Art wohl nicht der typische Held ist. Andererseits ist er auch ein väterlicher Freund und Begleiter der Menschheit, der auch mit der menschlichen Natur hadert.
Etwas schade ist es, daß die Rollen anders besetzt sind als im Film. Denn gerade in den nachdenklichen Sequenzen hat Robert Ampers Stimme viel Kraft und Nachdruck. Doch ich will nicht ungerecht sein, Horst Sachtleben ist zwar ein anderer, doch ebenfalls sehr überzeugender Nemis.
Eine schöne Geschichte zum Abschalten, aber genau so, um über das Gute und das Böse, das nun mal in jedem Menschen steckt, nachzudenken.
Doch wenn Nemis mit dem Tod den Reigen tanzt, ist man mit sich selbst wieder im Reinen, und Gundel muß man sowieso lieben.
Eine absolute Empfehlung für alle Robert Amper-Fans, doch auch, wer seine Filme nicht kennt und liebt, hat mit diesem Hörspiel seine Freude.
Schade nur, daß nicht auch die anderen zwei Teile als Hörspiel umgesetzt wurden.
Der Teufel schuf den Spiegel "Veritas", der jeden, der hinein sah, zum Bösen verkehrte. Als er den Spiegel Gott vorhalten wollte, ging der Spiegel verloren. Viele tausend Jahre später wird der Spiegel wiedergefunden. Eugene, ein unschuldiges Opfer, wird zum gefährlichen Mörder. Nun hat der Unsterbliche Nemis die Aufgabe, Veritas zu zerstören oder selbst hinein zu blicken.
Das Hörspiel bzw. der Film beginnt als düsterer Horrorthriller, wird aber immer mehr zum Fantasy-Märchen und hat auch mehrere Slapstickmomente. Natürlich könnte man diese etwas abenteuerliche Mischung kritisieren, wenn man wollte.
Will ich aber nicht. Ich will einfach meinen Spaß mit einer schön erzählten Geschichte haben.
Ganz klassisch der Kampf Gut gegen Böse, wobei Nemis mit seiner spitzbübischen Art wohl nicht der typische Held ist. Andererseits ist er auch ein väterlicher Freund und Begleiter der Menschheit, der auch mit der menschlichen Natur hadert.
Etwas schade ist es, daß die Rollen anders besetzt sind als im Film. Denn gerade in den nachdenklichen Sequenzen hat Robert Ampers Stimme viel Kraft und Nachdruck. Doch ich will nicht ungerecht sein, Horst Sachtleben ist zwar ein anderer, doch ebenfalls sehr überzeugender Nemis.
Eine schöne Geschichte zum Abschalten, aber genau so, um über das Gute und das Böse, das nun mal in jedem Menschen steckt, nachzudenken.
Doch wenn Nemis mit dem Tod den Reigen tanzt, ist man mit sich selbst wieder im Reinen, und Gundel muß man sowieso lieben.
Eine absolute Empfehlung für alle Robert Amper-Fans, doch auch, wer seine Filme nicht kennt und liebt, hat mit diesem Hörspiel seine Freude.
Schade nur, daß nicht auch die anderen zwei Teile als Hörspiel umgesetzt wurden.
Rezension: Asterix erobert Rom
"Asterix erobert Rom" gilt vielen Fans als der beste Asterixfilm überhaupt. Und es war der einzige Film, der nicht auf einem existierendem Comic beruhte, sondern eine komplett neue und eigene Handlung bekam. Umso größer war die Begeisterung, als das Album zum Film als neuer Asterix-Band angekündigt wurde.
Die Umsetzung war dann allerdings etwas enttäuschend. Statt eines Comics bekam man einen Kurzroman im Albumformat. Zwar war der Film recht genau wiedergegeben, dafür aber sehr trocken und kalt erzählt. Der besondere Humor ging leider völlig verloren. Lediglich die sehr schönen Zeichnungen auf den Seiten entschädigen etwas dafür.
Fazit: Eine recht nostalgische Erinnerung an den Film und ein Muß für Komplettisten. Doch wer einen angenehmen Zeitvertreib sucht, sollte sich lieber den Film anschauen.
Die Umsetzung war dann allerdings etwas enttäuschend. Statt eines Comics bekam man einen Kurzroman im Albumformat. Zwar war der Film recht genau wiedergegeben, dafür aber sehr trocken und kalt erzählt. Der besondere Humor ging leider völlig verloren. Lediglich die sehr schönen Zeichnungen auf den Seiten entschädigen etwas dafür.
Fazit: Eine recht nostalgische Erinnerung an den Film und ein Muß für Komplettisten. Doch wer einen angenehmen Zeitvertreib sucht, sollte sich lieber den Film anschauen.
Dienstag, 13. Dezember 2016
Filmrezension: "Die Maske des Roten Todes"
Wieder einmal das Geheimnis alter Horrorfilme, das sie so viel besser als die neuen, moderneren macht: Bilder.
Bilder, die schon eine Stimmung erzeugen, die Gemetzel und Grausamkeiten überflüssig machen, weil sie das Unheimliche viel besser einfangen als Splattereffekte das jemals könnten.
Schon die erste Einstellung, die alte Frau nachts vor dem traurigen kargen alten Baum. Oder auch später, als Francesca die Treppe herunter geht und sich die Schatten der Kerzenständer an der alten Burgwand abzeichnen.
Eine Kurzgeschichte, vor allem eine, die großteils aus Beschreibungen der Umgebung besteht, lässt sich schlecht in einen Film von 90 min. verarbeiten. Roger Corman löste das, indem er Elemente aus alten Robin Hood-Filmen aufgriff und Prinz Prospero wie den Sheriff von Nottingham agieren ließ. Vincent Price setzt das gewohnt mit einer teuflischen Intelligenz und Eleganz um. Dabei scheint seine Grausamkeit nicht aus Bösartigkeit, sondern eher aus einer verzweifelten und hoffnungslosen Sinnsuche zu entspringen.
Die dekadenten Festlichkeiten auf seiner Burg erinnern in ihrer Perversion an die Erzählungen de Sades, wobei vieles - für einen Film der 50er typisch - eher angedeutet als in aller Deutlichkeit präsentiert wird.
Seine Teufelsanbetung wirkt etwas albern, aber das war ein Bestandteil des Gothic Horrors dieser Zeit und selbst das wird in diesem Film noch halbwegs annehmbar (soweit irgend möglich) umgesetzt.
Zusätzlich wird eine weitere Geschichte Poes in den Film eingeflochten. Neben einem kleinen Seitenhieb auf "Die Schlangengrube und das Pendel" wird "Der Hopfrosch" auf Prosperos Schloß verlegt und ist Bestandteil der perversen Vergnügungen der Hofgesellschaft.
Farbenfrohe und dennoch düstere Verfilmung der literarischen Vorlage, so liebe ich Horrorfilme und kann diese Werk jedem Liebhaber der alten Kunst, wirklich Angst mit einem Flm zu erzeugen, empfehlen.
Bilder, die schon eine Stimmung erzeugen, die Gemetzel und Grausamkeiten überflüssig machen, weil sie das Unheimliche viel besser einfangen als Splattereffekte das jemals könnten.
Schon die erste Einstellung, die alte Frau nachts vor dem traurigen kargen alten Baum. Oder auch später, als Francesca die Treppe herunter geht und sich die Schatten der Kerzenständer an der alten Burgwand abzeichnen.
Eine Kurzgeschichte, vor allem eine, die großteils aus Beschreibungen der Umgebung besteht, lässt sich schlecht in einen Film von 90 min. verarbeiten. Roger Corman löste das, indem er Elemente aus alten Robin Hood-Filmen aufgriff und Prinz Prospero wie den Sheriff von Nottingham agieren ließ. Vincent Price setzt das gewohnt mit einer teuflischen Intelligenz und Eleganz um. Dabei scheint seine Grausamkeit nicht aus Bösartigkeit, sondern eher aus einer verzweifelten und hoffnungslosen Sinnsuche zu entspringen.
Die dekadenten Festlichkeiten auf seiner Burg erinnern in ihrer Perversion an die Erzählungen de Sades, wobei vieles - für einen Film der 50er typisch - eher angedeutet als in aller Deutlichkeit präsentiert wird.
Seine Teufelsanbetung wirkt etwas albern, aber das war ein Bestandteil des Gothic Horrors dieser Zeit und selbst das wird in diesem Film noch halbwegs annehmbar (soweit irgend möglich) umgesetzt.
Zusätzlich wird eine weitere Geschichte Poes in den Film eingeflochten. Neben einem kleinen Seitenhieb auf "Die Schlangengrube und das Pendel" wird "Der Hopfrosch" auf Prosperos Schloß verlegt und ist Bestandteil der perversen Vergnügungen der Hofgesellschaft.
Farbenfrohe und dennoch düstere Verfilmung der literarischen Vorlage, so liebe ich Horrorfilme und kann diese Werk jedem Liebhaber der alten Kunst, wirklich Angst mit einem Flm zu erzeugen, empfehlen.
Donnerstag, 27. Oktober 2016
Rückblick auf die Lesung von Katja Kipping
Katja Kipping las bei uns aus ihrem Buch "Wer flüchtet schon freiwillig". Und es war ganz wohltuend zwischen "Refugees welcome", Bahnhofsgeklatsche, "Wir schaffen das", besorgten Bürgern und "Ausländer raus" mal fundiert und vernünftig über das Thema informiert zu werden, mitzureden und eben sich auch mal über Risiken und Möglichkeiten der Thematik auszutauschen.
Unter anderem sprach sie Probleme an, die bereits vor dem Eintreffen der ersten Flüchtlinge auftraten, aber erst jetzt wirklich ins Bewußtsein der breiten Öffentlichkeit gelangen, wie zum Beispiel die Privatisierung und den Ausverkauf von Immobilien aus öffentlicher Hand; Lehrer-, Polizisten-, und Ärztemangel usw.
Auch über Flüchtlingsursachen wurde gesprochen. In erster Linie natürlich über die Verschärfung in Krisenregionen durch anhaltende Waffenlieferungen, woran auch die deutsche Regierung und die deutsche Wirtschaft nicht unbeteiligt sind.
Und dann die Fluchtursache Freihandel. Speziell führte sie das Beispiel eines afrikanischen Tomatenbauern an, der sein Geschäft und seine Felder aufgeben mußte, weil der dortige Markt von subvenionierten Dosentomaten aus Europa überflutet wird. (Natürlich erwähnte sie auch den ökologischen Irrsinn, frische Ware nicht zu verkaufen, dafür aber den Transport über weite Strecken in Blechdosen...)
Weiter natürlich Landgrabbing, Überfischung und so weiter, alles Dinge, die Freihandelsabkommen mit Europa und Amerika möglich gemacht bzw. verschlimmert haben.
Das Buch habe ich noch nicht gelesen, doch der kleine Einblick war schon sehr interessant und lohnenswert.
Unter anderem sprach sie Probleme an, die bereits vor dem Eintreffen der ersten Flüchtlinge auftraten, aber erst jetzt wirklich ins Bewußtsein der breiten Öffentlichkeit gelangen, wie zum Beispiel die Privatisierung und den Ausverkauf von Immobilien aus öffentlicher Hand; Lehrer-, Polizisten-, und Ärztemangel usw.
Auch über Flüchtlingsursachen wurde gesprochen. In erster Linie natürlich über die Verschärfung in Krisenregionen durch anhaltende Waffenlieferungen, woran auch die deutsche Regierung und die deutsche Wirtschaft nicht unbeteiligt sind.
Und dann die Fluchtursache Freihandel. Speziell führte sie das Beispiel eines afrikanischen Tomatenbauern an, der sein Geschäft und seine Felder aufgeben mußte, weil der dortige Markt von subvenionierten Dosentomaten aus Europa überflutet wird. (Natürlich erwähnte sie auch den ökologischen Irrsinn, frische Ware nicht zu verkaufen, dafür aber den Transport über weite Strecken in Blechdosen...)
Weiter natürlich Landgrabbing, Überfischung und so weiter, alles Dinge, die Freihandelsabkommen mit Europa und Amerika möglich gemacht bzw. verschlimmert haben.
Das Buch habe ich noch nicht gelesen, doch der kleine Einblick war schon sehr interessant und lohnenswert.
Freitag, 21. Oktober 2016
Killerclowns - was soll dran witzig sein?
Seit Wochen hört man immer wieder von diesen sogenannten "Killer-Clowns". Leute, die sich in gruslige Clownskostüme hüllen und Passanten erschrecken oder ernsthaft verletzen. Selbst zu sexuellen Übergriffen ist es schon gekommen.
Und es gibt tatsächlich noch Leute, die das als "witzig" empfinden.
Alles klar, wenn ich mich in ein albernes Kostüm hülle, sind Verbrechen, die ich begehe, also nicht mehr strafbar, sondern lustig.
Angefangen hat alles mit einer südamerikanischen Fernsehshow. Leute wurden mit gestellten Szenen, die Horrorfilmen nachempfunden waren, vor versteckter Kamera zu Tode erschreckt. Nicht selten brachen dabei Menschen weinend zusammen, zum Vergnügen des Publikums.
Allein diese Art der Unterhaltung finde ich schon sehr fragwürdig und überlege mir, was für Menschen wohl Spaß an der Angst und dem Leiden anderer empfinden.
Die Horrorclowns waren dabei besonders beliebt. Man hört immer wieder, daß sie Stephen Kings "Es" nachempfunden wären, schaut man sich aber die Videos auf youtube an, denkt man da eher an den Trashfilm "Killer Clowns from outer Space" von 1988.
Zwar mag ich Trashfilme und gestehe, daß mich auch explizite Gewaltszenen in Filmen nicht stören. "Hobo with a shotgun" ist einer meiner Lieblingsfilme. Doch dieses Machwerk war nicht mal wirklich lustig, sondern einfach nur eine sinnlose Abfolge von Grausamkeiten.
Nun waren viele Zuschauer dieser Werke der Überzeugung, daß es so lustig wäre, daß man das nachmachen müsste. Nach den geschmacklosen "Scherzen" kam es auch schnell zu den ersten ernsthaften Gewaltakten, vor allem gegen Jugendliche. Und diese Welle breitete sich immer weiter aus. Und immer noch gibt es Stimmen im Netz, die das ganze als amüsant empfinden.
Ganz offen, wie feige, erbärmlich und jämmerlich muß man sein, sich stark zu fühlen, indem man andere verängstigt oder verletzt?
Und wie gestört und empathielos muß man sein, das ganze noch erheiternd zu finden?
sollte mir einer dieser Clowns über den Weg laufen, werde ich mich mit maximaler Gewalt zur Wehr setzen und hoffe, daß das auch viele andere tun werden.
Und es gibt tatsächlich noch Leute, die das als "witzig" empfinden.
Alles klar, wenn ich mich in ein albernes Kostüm hülle, sind Verbrechen, die ich begehe, also nicht mehr strafbar, sondern lustig.
Angefangen hat alles mit einer südamerikanischen Fernsehshow. Leute wurden mit gestellten Szenen, die Horrorfilmen nachempfunden waren, vor versteckter Kamera zu Tode erschreckt. Nicht selten brachen dabei Menschen weinend zusammen, zum Vergnügen des Publikums.
Allein diese Art der Unterhaltung finde ich schon sehr fragwürdig und überlege mir, was für Menschen wohl Spaß an der Angst und dem Leiden anderer empfinden.
Die Horrorclowns waren dabei besonders beliebt. Man hört immer wieder, daß sie Stephen Kings "Es" nachempfunden wären, schaut man sich aber die Videos auf youtube an, denkt man da eher an den Trashfilm "Killer Clowns from outer Space" von 1988.
Zwar mag ich Trashfilme und gestehe, daß mich auch explizite Gewaltszenen in Filmen nicht stören. "Hobo with a shotgun" ist einer meiner Lieblingsfilme. Doch dieses Machwerk war nicht mal wirklich lustig, sondern einfach nur eine sinnlose Abfolge von Grausamkeiten.
Nun waren viele Zuschauer dieser Werke der Überzeugung, daß es so lustig wäre, daß man das nachmachen müsste. Nach den geschmacklosen "Scherzen" kam es auch schnell zu den ersten ernsthaften Gewaltakten, vor allem gegen Jugendliche. Und diese Welle breitete sich immer weiter aus. Und immer noch gibt es Stimmen im Netz, die das ganze als amüsant empfinden.
Ganz offen, wie feige, erbärmlich und jämmerlich muß man sein, sich stark zu fühlen, indem man andere verängstigt oder verletzt?
Und wie gestört und empathielos muß man sein, das ganze noch erheiternd zu finden?
sollte mir einer dieser Clowns über den Weg laufen, werde ich mich mit maximaler Gewalt zur Wehr setzen und hoffe, daß das auch viele andere tun werden.
Samstag, 15. Oktober 2016
Gedicht: Orca, der Killerwal
Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich es geschafft, etwas Neues zu Papier zu bringen.
Diese Woche habe ich mir mal wieder "Orca, Der Killerwal" angesehen. Ein Film, nach dem ich Tage später immer noch weinend aufwache. Natürlich wollte ich dieses bewegende Meisterwerk mit einer kleinen Hommage ehren.
Vor kurzem war ich endlich mal wieder bei einem Konzert von GOETHES ERBEN.
Etwas, das mich immer sehr beeinflusst. In den Wochen nach einem solchen Konzert habe ich beim Schreiben immer die Stimme Oswald Henkes im Kopf.
Deshalb entschuldige ich mich, wenn dieser kleine Text den Eindruck erweckt, jemanden kopieren zu wollen, das geschieht nicht mit Absicht.
ORCA, DER KILLERWAL
Ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung?
Die Schiffsschraube reißt Fleisch auf wie Papier
Ein ungeborenes Kind fällt aus dem Leib der Mutter und wird fortgespült
Der Vater bleibt zurück
Menschen sterben oder werden verstümmelt
Boote versinken
und eine ganze Stadt brennt im Feuerschein erbarmungsloser Rache
Offen bleibt nur der Weg in den Norden
wo auf den Mörder und seinen Rächer nichts als ein kaltes nasses Grab wartet
Diese Woche habe ich mir mal wieder "Orca, Der Killerwal" angesehen. Ein Film, nach dem ich Tage später immer noch weinend aufwache. Natürlich wollte ich dieses bewegende Meisterwerk mit einer kleinen Hommage ehren.
Vor kurzem war ich endlich mal wieder bei einem Konzert von GOETHES ERBEN.
Etwas, das mich immer sehr beeinflusst. In den Wochen nach einem solchen Konzert habe ich beim Schreiben immer die Stimme Oswald Henkes im Kopf.
Deshalb entschuldige ich mich, wenn dieser kleine Text den Eindruck erweckt, jemanden kopieren zu wollen, das geschieht nicht mit Absicht.
ORCA, DER KILLERWAL
Ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung?
Die Schiffsschraube reißt Fleisch auf wie Papier
Ein ungeborenes Kind fällt aus dem Leib der Mutter und wird fortgespült
Der Vater bleibt zurück
Menschen sterben oder werden verstümmelt
Boote versinken
und eine ganze Stadt brennt im Feuerschein erbarmungsloser Rache
Offen bleibt nur der Weg in den Norden
wo auf den Mörder und seinen Rächer nichts als ein kaltes nasses Grab wartet
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