Samstag, 13. Oktober 2012

Warum ich mich weigere, die neue Rechtschreibung zu benutzen

Seit etlichen Jahren gibt es die neue Rechtschreibung. Dennoch veröffentliche und schreibe ich immer noch nach den alten Regeln und werde dies für den Rest meines Lebens tun.
Warum wurden die neuen Regeln eingeführt?
Das erste Argument war, damit Ausländer die deutsche Sprache besser lernen können. Ich habe nichts gegen "Migranten" (Das andere Wort darf man ja eigentlich nicht mehr sagen). Aber was hat das bitte mit der Rechtschreibung zu tun? Kein anderes Land kam und/oder käme auf die Idee, seine Sprache künstlich umzustellen. Und leichter zu lernen? Bestes Gegenbeispiel: "das" und "dass" ist weitaus schwieriger und verwirrender als "das" und "daß".

Zweites Argument war, daß es besser für den Umgang mit Computern und Informationstechnik wäre und Tastaturen so besser zu bedienen wären.
Gehts noch? Die Technik ist da, um uns das Leben zu erleichtern und UNS zu dienen und hat sich demzufolge an UNS anzupassen und nicht umgekehrt. PUNKT!!!

Die jüngere Generation lernt ja nur noch die neue Rechtschreibung und man kann es auch niemanden vorwerfen. Aber diese ganze Umstellung der Rechtschreibung, das Streichen von Worten aus der Sprache, die politisch nicht ins Weltbild passen usw. erinnert mich irgendwie an Orwells Neusprechdiktionär aus "1984", und das finde ich Doppelplusungut

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Ich hatte auch große Gewöhnungsprobleme, ging aber davon aus, dass die Reformbeauftragten es gut meinten, wenn schon nicht immer gut machten.
    Das neue "das/dass" finde ich in Ordnung, jetzt kann ich auch "Kuss" und "Gruß" nach der Vokallänge lautlich besser unterscheiden.

    Wirklich schlimm finde ich Änderungen wie "Gemse --> Gämse", "Stengel --> Stängel" etc., weil dahinter die Wörter "Gams" bzw. "Stange" stehen. Na ja. Wie wäre es dann mit "Dach" und "decken" oder "Angst" und "eng"? Und so weiter.

    Ebenso fragwürdig sind manche neue Regeln zur Groß-/Kleinschreibung. Ich muss jetzt "morgen Mittag" schreiben, wegen "dem" Mittag. Dabei sagt das Gefühl, dass es deutlich ein temporales Adverb ist. Da waren Schulmeister im schlechten Sinne am Werke.
    Am liebsten wäre mir sowieso die gemäßigte Kleinschreibung, wie eigentlich in allen sonstigen europäischen Sprachen - und wie schon Herr Duden damals vorschlug. Dann würde am ehesten auf Schüler und Migranten Rücksicht genommen, denn unsere Groß-/Kleinschreibung ist ein Luxus, der Hunderte von Schulstunden extra kostet und doch nur Frust erzeugt.

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