Mittwoch, 7. November 2012

Der Grund für meine aggressive Reaktion

Einige mögen gestern über meine aggresive Reaktion auf das Rundschreiben überrascht gewesen sein und diese für unlogisch gehalten haben. Tatsächlich ist es aber eine durchaus angemessene Reaktion auf ein allgemeines Problem.
Ich möchte hier einige Einzelbeispiele anführen:

Als erstes natürlich jenen erwähnten Brief. Bereits vor einigen Monaten gab es ein Rundschreiben der FDP an mehrere Haushalte. Ich hatte mich vernünftig darüber beschwert und gebeten, in Zukunft von solchen Belästigungen abzusehen. Dennoch fand ich einen zweiten in meinem Briefkasten. Mein Wunsch, in Zukunft nicht mehr behelligt zu werden wurde also bewußt ignoriert.

Zweites Beispiel:
Fast jedes Mal, wenn ich in Chemnitz zur Blut- oder Plasmaspende bin, werde ich in der Innenstadt angesprochen. Entweder von Spendensammlern oder von Vertretern, die mir Video- oder Zeitungsabos oder etwas ähnliches andrehen wollen. Mitunter auch von Vertretern religiöser Gruppierungen.

Dritte Beispiel:
Letzten Sonntag, als ich mit meiner Freundin ins Kino wollte, wurden wir auf offener Straße von Mormonen aufgehalten.

Was nun meine Reaktion darauf betrifft: Alles, was ich verlange ist, in Frieden gelassen zu werden.
Als ich heute Anzeige gegen die FDP wegen dieser unangemessenen Belästigung stellen wollte, wurde mir mitgeteilt, daß es keine gesetzliche Grundlage gäbe, gegen Belästigungen durch Postsendungen oder in der Öffentlichkeit vorzugehen.
Deshalb also die Frage: Was bleibt einem übrig, um sich vor solchen Störungen zu schützen?

Kommentare:

  1. Würde ich so einen Brief in meinem Kästchen finden (ich nehme an, das sonnige Antlitz Brüderles war zu sehen?), dann würde ich ihm eine Zigarettenlänge Zeit gönnen, den Brief lesen, lustig finden und dann entscheiden, ob mir die Rückseite immer noch als Schmierpapier nützen könnte oder ob er sogleich in den Papiermüll fliegt. Dass Parteien in Wahlzeiten vermehrt Briefe verschicken und damit Bürgernähe ausdrücken, ist völlig normal und kein Grund, sich drüber aufzuregen, kostet nur unnötig Nerven. Also einfach ignorieren!

    Auch wenn die Aufdringlichkeit religiöser und automobilsozietätischer Gruppierungen in der Chemnitzer Mensa teilweise sehr viel stärker ist, stoßen solche Interessengruppen im Chemnitzer Zentrum natürlich dankbar auf Opfer. Die meisten wissen mit dem örtlichen Tierschutzverein nichts anzufangen geschweige denn mit den Mormonen. Für jene gilt: lasse doch...für uns gilt: Wir haben ein Kommunikationsorgan, zu sagen: Nein, Danke!

    Sicher gibt es keine gesetzliche Grundlage, eine Partei deshalb zu verklagen, weil sie unangemessene Belästigung in Form von Briefen verschickt. Das hat einen Grund: Würde jeder so denken, kämen die für die Anzeigen zuständigen Stellen mit solchen im höchsten Maße sinnlosen Fällen gar nicht hinterher und könnten sich um wirklich Delikte nicht kümmern. Sie rechnen vielmehr damit, dass der mündige Bürger einen Brief nicht als Bombemangriff auf sein Gemüt interpretiert und ihn einfach nur in die Tonne haut!

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  2. Prinzipiell mag das durchaus richtig sein. Fakt ist, ich habe bereits "Nein danke" gesagt. Als der erste Brief von der FDP kam, habe ich ausdrücklich und persönlich darum gebeten, diese nicht mehr zu bekommen. Indem das ignoriert wurde, hat sich "Herr" Brüderle eindeutig strafbar gemacht.
    Klar könnte ich das einfach wegwerfen und das wäre auch eine angemessene Reaktion auf eine solche Unverschämtheit. Aber das ist auch eine prinzipielle Frage, nämlich von solchen unangenehmen Menschen wie Brüderle und unangenehmen Gruppierungen wie der FDP nicht belästigt zu werden. Und auf dieser Freiheit bestehe ich..
    Ich bitte nur einmal höflich, in Frieden gelassen zu werden, wird dem nicht nachgekommen, wehre ich mich mit allen Mitteln, im Extremfall (den ich zu vermeiden versuche) auch mit Gewalt.

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